Meta Blogging - Die Wahl der Blog Software

Nachdem ich mich entschieden habe, mal wieder ein Blog zu schreiben, unter anderem um meine Erfahrungen mit meiner Hausautomatisierung zu schildern, stand ich vor der Entscheidung, welche Blog Software es zu verwenden gilt. Ich kann schonmal vorweg greifen: Es kam zu einer emotionalen Entscheidung.

Als erstes denken die Meisten wahrscheinlich an Wordpress als DIE Blog-Software schlechthin. Gerade in der täglichen Benutzung bietet Wordpress viele Vorteile, da es komplett auf das erstellen von Blogs optimiert ist. Also Wordpress runter laden, auf den Webserver schieben und Glücklich sein? Vergiss es! Die Installation von Wordpress gestaltete sich deutlich komplizierter als erwartet. 
Mein Setup sieht vor, dass Wordpress in einem eigenen Container läuft, zusammen mit einem NGINX und der nötigen DB und dieser Container dann per Reverse Proxy angebunden wird. Dies sollte normalerweise kein Problem darstellen, wenn der Reverse Proxy sauber konfiguriert ist und alle relevanten Informationen wie Domain, Protokoll und Port an den Upstream Server weiter gibt. Das ist aber Wordpress alles scheiß egal. Wordpress geht davon aus, dass es direkt auf dem nach außen hin exponierten Webserver betrieben wird. Wobei: Das stimmt auch nur so halb. Bei der installation geht es nämlich hin und ermittelt den Domain Namen, unter dem es soeben ausgeführt wird und schreibt den hart in die Datenbank. Zu dumm, wenn der Naive Admin die Installationsroutine lokal aufruft und die Domain "blog" lautet... ihr könnt euch denken, dass danach nix mehr geht.
Was mit der Domain "funktioniert", funktioniert aber nicht mit SSL. Hier weigert sich Wordpress, die Informationen des Reverse Proxy zu verwenden und nimmt statt dessen die des Upstream. Interessanterweise führt dies nur zu Problemen im Admin-Backend, welches dann in einer Redirect Loop hängen bleibt. Fixen kann man dies übrigens, dass man in der Konfiguration selbst den Code einträgt, der für das Ermitteln des SSL-Status verantwortlich ist (LINK).
Generell gefällt mir an Wordpress nicht, dass es nicht sauber zwischen Webserver und Applikation trennt. Wobei "nicht sauber" eine scherzhafte Umschreibung von "überhaupt nicht" ist. Normalerweise sollte man die Webserver-Konfiguration für eine PHP-Anwendung 1:1 für eine andere PHP-Anwendung verwenden können. Bei Wordpress ist aber nichts Standard, was zu einer riesigen, schier unüberschaubaren Konfiguration führt. (Zum Vergleich: HIER die Joomla Variante).

Nachdem ich mehrere Stunden (letztlich erfolgreich) damit zugebracht habe, Wordpress zu installieren, stellt ich mir die Frage, ob ich wirklich mein Blog auf Basis einer Software aufbauen möchte, die mir bei der Installation schon den Verstand raubt? Die Antwort war klar: Nein.

Da ich in der Vergangenheit bereits mehrere Nicht-Blog-Projekte mit Joomla umgesetzt habe, habe ich mir testweise ein Joomla aufgesetzt. Installationsaufwand: 15min. Joomla hat zwar den Nachteil, dass es nicht für Blogs optimiert ist und deshalb der Einrichtungsaufwand größer ist, aber wenn es einmal läuft, dann läuft es.

Mr. Threema und das iCloud Backup

Wegen eines defekten Akkus war Apple so freundlich mir ein Austauschgerät zuzusenden. War früher der Wechsel von einem Gerät auf ein Neues eine Zeitraubende, schmerzhafte Erfahrung (jeder der schon einmal Kontakte per IRDA übertragen hat, weis wovon ich rede) ist dies dank iCloud Backup mit geringem Aufwand und hohem Datendurchsatz realisierbar.

Man aktiviert auf dem alten Gerät iCloud Backup (ich habe es immer eingeschaltet - liegt schließlich in der Natur eines Backup, für Notfälle Gewehr bei Fuß zu stehen), wartet bis alle Daten übertragen wurden und lässt danach das Backup auf dem neuen Gerät wiederherstellen. Da ich nicht die Schlüsselbund Synchronisation nutze, muss ich im Nachgang noch etliche Passwörter neu eingeben. Und fertig ist das neue Gerät. Das Backup ist derart umfangreich, dass es kaum möglich ist, die beiden Geräte voneinander zu unterscheiden, da alle Apps mit ihren Daten wiederhergestellt wurden.

Alle? Nicht ganz. Es gibt da noch eine kleine App aus der Schweiz, die sich mit Erfolg der macht des iCloud Backups widersetzt. Dazu muss man wissen, dass jeder Entwickler selbst entscheiden kann, welche Daten gesichert werden sollen / dürfen und welche nicht. Offenbar hat sich Threema dazu entschieden, kein iCloud Backup zu verwenden sondern eine eigene Backuplösung implementiert. Nun stehe ich vor dem Scherbenhaufen meines - zugegebenermaßen wenig genutzten Messengers - und mir ist völlig unklar, ob ich jemals wieder an die Daten meines Accounts ran kommen kann.

Die Entscheidung, eine eigene Backup-Lösung zu verwenden, finde ich auf zweierlei Hinsicht problematisch:

  1. Das es diese gibt, merkt man so wie ich erst mit der Neuinstallation auf einem neuen Gerät. Dann ist es aber u.u. längst zu spät, um noch reagieren zu können. Wenn man solch einen eigenen Weg geht, muss man als App regelmäßig auf die Notwendigkeit des Backups hinweisen.
  2. Würden mehr Apps das Backup verweigern, müsste man bald für unzählige Einzelanwendungen ein Backup erstellen. Das wäre Zeitraubend, nervig und vollkommen überflüssig.

Da ich hier selbst nichts mehr tun kann, zumal ich nichtmal meine Threema ID kenne, habe ich mal eine freundliche und vollkommen Ahnungslose E-Mail an den Support von Threema geschrieben. Ich vermute zwar, dass man mir sagen wird, dass meine Daten für immer die Flucht ins Nirvana angetreten haben, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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